Wintersonnwende 2025

An einem nebeligen Tag hieß uns der Platz am Waldesrand willkommen.
Er wollte erkundet und erspürt werden. So wurde die Feuerstelle draußen der Mittelpunkt dieser eineinhalb Tage.
Ja, warum schreibe ich hier „uns“? Genaugenommen war mit mir kein anderer Mensch (dazu kannst du hier lesen). Es wollte niemand das warme Nest verlassen so kurz vor den Feiertagen, oder es fehlte an Zeit, oder, oder …

Gegen Osten spannte ich ein Gruppentarp, dass mich und das Holz etwas schützte.
Beim Holz sammeln lud mich ein freundlicher Platz mitten im Wald ein, doch hier zu übernachten. So spannte ich mein Tarp um mir darunter einen Schlafplatz einzurichten. Mit jedem dicken Tropfen der vom Baum fiel, und der zunehmenden Kälte, dem Nebel, der mich keine fünf Meter weit sehen ließ, überlegte ich, ob meine Ausrüstung warm genug sei oder ob ich im Tippi schlafen sollte.
Doch zuerst ging es ans Kochen, Essen, Abwaschen.
„Iss dich satt“ hörte ich und löffelte dankbar den dampfenden Eintopf, dessen Dampf sich mit meinem Atemhauch, dem Rauch des Feuers und dem mich umgebenden Nebel vermischte. Was für ein Bild …
So eng hatten wir es dann auch in all der Weite, die ja eigentlich am Waldesrand da ist. Der Nebel hüllte alles ein und packte uns in eine Schutzhülle. Von den Bäumen regnete es unentwegt, sodass ich nach einer ausgedehnten Abendrunde, unter anderem mit Rückschau ins Alte, doch ins Tippi kroch, um mich in Schichten zu packen und zu schlafen.
Das Erste was ich an dem neuen Tag lernte, war, dass auch gefrorenes Holz brennt – früher oder später eben.
Beim Kaffee kochen wurde mir klar, dass es im Leben halt oft so ist, dass etwas sehnlichst Erwartetes Zeit braucht und Aufmerksamkeit und dann auch noch Fürsorge, denn so ein Feuer brennt ja nicht von alleine, bis es ins Leben kommt …
Die Ausrichtung aufs Neue nahm nach einer Streun-Runde durch den dampfenden Wald letztlich Platz und der Körper kam in Bewegung, in den Tanz.
Der Schlafplatz im Wald lud mich zum Liegen ein und ließ mich neue Perspektiven entdecken.
Ein Satz und Bild, geschrieben, gezeichnet am Feuer, begleiten mich ins und durchs Jahr und verbinden mich mit dem Samenkorn, dem Neuen, das in der Erde wartet um ans Licht zu kommen und zu wachsen.
Mit Dank an den Ort schloss ich diese spezielle Zeit der Tag-Nacht-Gleiche und eines Neumondes davor.